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Genderaspekte in der Kognitionswissenschaft

Semesterthema: Mathematik und räumliches Denken

 

 

Dozentin

Prof. Dr. Evelyn Ferstl

 

 

Abstract

Stereotype Geschlechterrollen beeinflussen das soziale Zusammenleben und beschränken die Entfaltung individueller Lebensentwürfe. Z.B. finden sich in mathematischen und technischen Berufen in unserer Gesellschaft noch immer viel weniger Frauen als Männer. Eine Erklärung, die immer wieder vorgebracht wird, ist, dass es Geschlechter unterschiede in mathematischen Fähigkeiten oder räumlicher Kognition gibt. Auch in der Öffentlichkeit ist das Vorurteil, dass Mädchen einfach kein Talent für Mathe haben, unverändert stark verbreitet.

In diesem Seminar wollen wir uns mit dieser Frage aus verschiedenen Perspektiven beschäftigen. Dazu werden empirische Studien betrachtet, die diese Fähigkeiten untersuchen. Können überhaupt Unterschiede festgestellt werden? Und wenn ja, in welchem Alter entwickeln sie sich? Vor allem aber ist wichtig, Einflussfaktoren für mögliche Unterschiede zu beleuchten: Wirken die gesellschaftlichen Vorurteile durch den Gender-Stereotype Threat als self-fulfilling prophecy? Welchen Einfluss haben dabei kulturelle Faktoren, Einstellungen und Erwartungen? Können biologische oder neurologische Studien Aufschluss über unterschiedliche Verarbeitungsstrategien geben und gibt es hormonelle Einflüsse? Um solche und relatierte Fragestellungen zu behandeln, werden die wichtigsten Begriffe, Paradigmen und Theorien aus der Sozialpsychologie und Kognitionswissenschaft vorgestellt. Zentrale Konzepte aus den Gender Studies werden eingeführt und herangezogen, um die quantitativen Studien kritisch zu evaluieren.

 

Das Seminar ist geeignet für Studierende der Kognitionswissenschaft (B.A. Nebenfach; fachfremdes Modul Informatik), aber auch für Studierende der Master-Studiengänge Gender Studies und Interdisziplinäre Anthropologie. Studierende anderer Fächer sind prinzipiell willkommen. Die erste Sitzung ist eine verpflichtende Vorbesprechung. 

Die Leistungsanforderungen variieren je nach Fach und ECTS-Punkten. In der Regel ist ein Referat während des Semesters und eine schriftliche Hausarbeit erforderlich.

 

Zeitplan (Änderungen vorbehalten!)

  • Zeit: Montag, 16:00 - 18:00 Uhr
  • Zeitraum: Änderung der Semesterzeiten beachten! 11. 05. 2020 bis 31. 07. 2020
  • Ort: Hermann-Herder-Str. 9, Seminarräume R00-018 / R00-018A (je nach Situation bis Mitte Mai werden evtl. digitale Lehrformen angeboten)

 

 

Literatur

 

Ferstl, E. C. & Kaiser, A. (2013). Sprache und Geschlecht: Wie quantitative Methoden aus der Experimental- und Neuropsychologie einen Beitrag zur Geschlechterforschung leisten können. Gender, 5(3), 9-25.

 

Einige einführende Bücher, von denen einzelne Kapitel verwendet werden. Weiterführende Literatur wird im Seminar angegeben:

Bischof-Köhler, D. (2006). Von Natur aus anders. Die Psychologie der Geschlechtsunterschiede (3. Aufl.). Stuttgart: Kohlhammer.

Brannon, L. (2010). Gender. Psychological perspectives (6th ed.). Boston, MA: Pearson.

Degele, N. (2008). Gender / Queer Studies. Fink: UTB.

Halpern, D. (2000). Sex differences in cognitive abilities. Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum.

 


 

 

Materialien

 

 --- weitere Materialien werden im Lauf des Semesters auf ILIAS verfügbar gemacht ---